Genfest 2012

12'000 am Jugend-Festival in Budapest

Bildergalerie

Genfest auf Facebook

Genfest-Flashs (Video)

Genfest International

 

Am ersten Septemberwochenende verwandelten 12'000 Jugendliche aus der ganzen Welt, darunter 230 aus der Schweiz, Budapest in eine Stadt der Farben, der Musik und des Engagements für Frieden und eine geeinte Welt.

„Alle behandelten einander mit viel Respekt und Würde trotz verschiedener Religionen und Ansichten ­­– das ist nicht selbstverständlich in unserer Welt!“, erzählt Julia aus Zürich auf dem Heimweg von Budapest. Junge Menschen verschiedener Kirchen, Religionen und Weltanschauungen waren auf Einladung der Jugendlichen der Fokolar-Bewegung unter dem Motto „let’s bridge“ zusammen gekommen: sie zeigten, wo sie bereits Brücken bauen in den Konfliktregionen dieser Welt, aber auch von Mensch zu Mensch dort, wo sie leben – und verpflichteten sich, dies auch in Zukunft zu tun.

Dazu lancierten sie das "United World Project": als erstes wird eine weltweite Unterschriftenaktion gestartet, mit der man sich verpflichtet, nach der Goldenen Regel zu leben: "Was du dir von den anderen erwartest, das tu auch ihnen". Zweitens soll unter dem Motto „United World Watch“ alles ins Licht gerückt werden, was dem vergessenen Wert der Geschwisterlichkeit in der Welt dient und ihn verbreitet: Aktionen und Projekte, die Mut machen. Schliesslich soll ein „United World Workshop“ durchgeführt werden: Eine Woche im Jahr arbeiten Jugendliche weltweit und gleichzeitig in Projekten und Initiativen, die eine geeintere und solidarische Welt fördern und sichtbar machen wollen. Ziel ist, diese Aktionswoche von der UNO als feste Einrichtung anerkennen zu lassen.

Die Gruppe aus der Schweiz traf nach einer Stadtrundfahrt bei der grossen SportArena in Budapest auf die insgesamt 12'000 jungen Leute aus aller Welt. „Wir tanzten und feierten wir zu Songs aus der ganzen Welt“, erzählt Judith aus Schaffhausen. „Schon am ersten Abend spürte man die Weltdimension dieses Anlasses.“ Begrüsst wurden die Jugendlichen von Budapests Bürgermeister, Tarlós István, und  Unesco-Präsidentin, Katalin Bogyay. Am Samstag fand das eigentliche Festival mit Tanzchoreographien, kulturellen Beiträgen, Songs und Statements statt: Bassem aus Ägypten erzählte vom Projekt "Dazugehören", bei dem er mit den Bewohnern zweier Quartiere in Kairo die Mauern einer Schule bunt bemalte, um die Spannungen seit den Ereignissen auf dem Tahrir-Platz zu überwinden. Willie aus Mexiko erlebte, wie sein Cousin bei Konflikten mit Drogenbanden erschossen wurde. Statt mit Hass und Gewalt zu antworten, entschied er sich für den Weg der Versöhnung. Ein Jugendlicher aus Thailand erzählte von der Überschwemmung im Oktober 2011, die große Teile des Landes verwüstete. Mit hunderten anderen Jugendlichen krempelte er die Ärmel hoch, um Bangkok vor der Flut zu schützen. „Es waren alles äusserst beeindruckende und lebensnahe Berichte“, erzählt Judith. „Sie zeigten uns, dass es trotz der vielen negativen Schlagzeilen überall in der Welt Jugendliche gibt, die sich für mehr Gerechtigkeit, Frieden und weniger Armut einsetzen.“

Am späteren Nachmittag starteten alle gemeinsam einen Marsch für den Frieden und die Geschwisterlichkeit durch Budapest, der auf einer der vielen Brücken im grössten Flashmob der Geschichte endete. Das Festival endete am Sonntagmorgen mit 12 Gottesdiensten der unterschiedlichen Konfessionen und Gebetszeiten der Weltreligionen. Aus der Schweiz war Jugendbischof Marian Eleganti mitgereist.

Beatrix Ledergerber